Zum Thema Palmöl

Ich beziehe das Palmöl nicht aus Indonesien, sondern aus Ecuador. Dort gibt es ein Projekt namens Natural Habitats, dessen Kriterien für nachhaltigen Anbau weit über die von RSPO hinausgehen. Es handelt sich also um nachhaltig angebautes Bio-Palmöl, welches noch dazu positive Auswirkungen auf die dortigen Palmöl-Bauern hat. (Nachzulesen bei http://www.rapunzel.de/faires-bio-palmoel-ecuador-reisebericht.html bzw. http://www.natural-habitats.com/en/home/)

Die Meinung, dass man Palmöl boykottieren muss, kann ich nicht ganz teilen. Es ist wichtig, darauf zu achten, woher das Palmöl kommt, wie der Anbau vor sich geht. Man sollte dieses Thema viel differenzierter betrachten. Was würde passieren, wenn Palmöl durch andere Pflanzenöle radikal ersetzt würde? Die Palmöl-Palme bringt einen höheren Ertrag an Öl als jede andere vergleichbare Ölpflanze. Also würden bei einem kompletten Ersatz wesentlich mehr Anbauflächen benötigt werden. Das wiederum wirkt sich mit Sicherheit nicht positiv auf die Erhaltung der Regenwälder aus. Die Treibhausemissionen würden steigen, noch mehr Tier- und Pflanzenarten würden verschwinden. Selbst der WWF rät mittlerweile dazu, nicht einfach nur an einen Boykott zu denken – das ist einfach zu einfach… (Nachzulesen bei https://blog.wwf.de/palmoel-studie/ und https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Dossier_Palmoel_WWF_Kurzfassung.pdf)

Doch was ist die Lösung? Einerseits müssen wir unser Konsumverhalten überdenken und ändern. Fertigprodukte der Lebensmittelindustrie, Süßigkeiten, Biokraftstoffe und auch viele Waschmittel enthalten unnötig viel Palmöl, das zumeist aus Indonesien stammt. Den Konsum dieser Produkte einzuschränken, brächte schon eine beträchtliche Einsparung an Palmöl. Wenn dennoch Palmöl verwendet werden soll, dann auf Bio achten! Das sollte auch für alle anderen landwirtschaftlichen Produkte selbstverständlich sein.

Warum also Palmöl in Seife? Dieses Fett ist einfach ideal für die Seifenproduktion. Eine Seife, die Palmöl enthält, ist wesentlich ausgiebiger, das heißt, sie verbraucht sich nicht so schnell. Auch damit werden wiederum Ressourcen geschont. Die gleiche Seife, würde sie mit zB Kokosfett hergestellt, wäre etwa doppelt so schnell verbraucht.

Natürlich ließe sich das Palmöl ersetzen, durch Schweineschmalz beispielsweise, welches als verseiftes Fett ähnliche Eigenschaften aufweist, wie Palmöl. Doch ich möchte weiterhin lieber Pflanzenöle zur Seifenherstellung verwenden.

Sollten Sie dennoch auf Palmöl verzichten wollen, habe ich selbstverständlich auch zahlreiche palmölfreie Seifen im Sortiment.